Empty Legs — auch Leerflüge, Deadhead Flights oder Repositionierungsflüge genannt — sind eines der am besten gehüteten Geheimnisse der Privatfliegerei. Wer flexibel ist, kann mit einem Empty Leg denselben Jet, denselben Service und dieselbe Sicherheit wie bei einem regulären Charterflug nutzen — nur zu 40–70 % weniger. Wie das funktioniert und was man beachten muss, erklärt dieser Artikel. Eine vollständige Übersicht aller aktuellen Empty Leg Deals in Europa finden Sie auf unserer Empty Legs Europa-Seite.
Was ist ein Empty Leg?
Ein Empty Leg entsteht immer dann, wenn ein Privatjet ohne Passagiere fliegen muss. Das passiert in zwei typischen Situationen:
Rückflug nach dem Charter
Ein Kunde bucht einen One-Way-Flug von Zürich nach London. Nach der Landung in London muss der Jet zurück an seine Heimatbasis — zum Beispiel Zürich. Dieser Rückflug findet statt, egal ob jemand an Bord sitzt oder nicht.
Positionierung vor dem nächsten Auftrag
Ein Jet steht in München, aber der nächste Kunde möchte in Nizza abgeholt werden. Der Jet fliegt leer von München nach Nizza. Wenn jemand genau diese Strecke benötigt — Jackpot.
In beiden Fällen fallen die Kosten für Treibstoff, Crew, Landegebühren und Wartung ohnehin an. Jeder Euro, den der Operator mit einem Empty-Leg-Passagier verdient, ist reiner Deckungsbeitrag. Deshalb können die Rabatte so hoch sein.
Wie viel spart man mit einem Empty Leg?
Operatoren bieten Empty Legs typischerweise mit einem Rabatt von 40–70 % gegenüber dem regulären Charterpreis an. Der genaue Rabatt hängt ab von:
- Wie kurzfristig der Flug ist: Je näher der Abflugtermin, desto höher der Druck für den Operator, den Platz zu füllen
- Wie beliebt die Strecke ist: Ein Leerflug London → Ibiza im Juli findet schneller Abnehmer als Frankfurt → Hannover im November
- Ob die Route angepasst werden kann: Manche Operatoren erlauben kleine Umwege — zum Beispiel Landung in Genf statt Zürich, wenn das besser passt
Konkretes Beispiel:
| Kriterium | Regulärer Charter | Empty Leg |
|---|---|---|
| Strecke | München → London | München → London |
| Jet | Light Jet (z. B. Phenom 300) | Derselbe Light Jet |
| Preis | ca. €9.000–€12.000 | ca. €3.000–€5.000 |
| Service | Vollständig | Identisch |
| Sicherheit | EASA-zertifiziert | Identisch |
Der einzige Unterschied: Route und Zeitpunkt stehen fest. Man passt sich dem Flugplan des Jets an, nicht umgekehrt.
Wie findet man Empty Legs?
Traditionell war es fast unmöglich, als Privatkunde an Empty Legs heranzukommen. Broker hatten exklusiven Zugang zu den Flugplänen der Operatoren. Wer keinen persönlichen Kontakt in die Branche hatte, erfuhr nichts von verfügbaren Leerflügen.
Das ändert sich durch Technologie. Plattformen, die direkt an die Flugmanagementsysteme (FMS) der Operatoren angebunden sind, können Empty Legs automatisch erkennen und in Echtzeit veröffentlichen. Sobald ein Operator einen One-Way-Charter bestätigt, wird der resultierende Leerflug als „Hot Deal" sichtbar — ohne manuellen Aufwand für den Operator und ohne Zeitverzögerung für den Kunden.
JetOpti erkennt Empty Legs automatisch aus den Leon- und FL3XX-Flugplänen der angebundenen Operatoren und zeigt sie als Hot Deals auf der Live Map an — in Echtzeit, ohne Registrierung.
Worauf muss man bei Empty Legs achten?
Flexibilität ist Pflicht
Empty Legs haben feste Abflugorte, Zielorte und Zeitfenster. Wer am 15. Juli unbedingt von Hamburg nach Mallorca muss, wird selten einen passenden Leerflug finden. Wer hingegen sagt „Ich bin diese Woche flexibel und will irgendwo ans Mittelmeer", hat deutlich bessere Chancen.
Stornierungsrisiko
Ein Empty Leg existiert nur, weil ein anderer Charter gebucht wurde. Wird der Hauptcharter storniert, fällt auch der Leerflug weg. Dieses Risiko ist gering — die meisten Charterflüge finden statt — aber es existiert. Bei einer Stornierung des Hauptcharters erhält man in der Regel eine vollständige Rückerstattung.
Keine freie Routenwahl
Im Gegensatz zum regulären Charter kann man bei einem Empty Leg Route und Zeitpunkt nicht frei wählen. Kleinere Anpassungen sind manchmal möglich (z. B. Zwischenstopp oder leicht abweichender Zielflughafen), aber das entscheidet der Operator.
Immer One-Way
Empty Legs sind immer Einwegflüge. Wer einen Hin- und Rückflug braucht, muss entweder zwei separate Empty Legs finden (unwahrscheinlich) oder den Rückflug regulär chartern.
Tipp: Für Empty Legs ab deutschen Flughäfen lohnt es sich, besonders Montag- und Freitagabend zu prüfen — dann sind die meisten Business-Charterflüge geblockt und erzeugen die meisten Leerflüge zurück zur Heimatbasis.
Für wen eignen sich Empty Legs?
Empty Legs sind ideal für Reisende mit einem bestimmten Profil:
- Flexible Geschäftsreisende, die ein paar Tage Spielraum beim Reisedatum haben
- Urlauber, die eine Destination suchen statt ein festes Ziel haben — „Wo fliegt gerade ein Jet hin?" statt „Ich muss nach Ibiza"
- Gruppen, die sich die Kosten teilen — ein Light Jet für €4.000 bei 6 Personen sind €667 pro Person
- Last-Minute-Reisende, die spontan einen Leerflug ergattern
- Erstreisende, die Privatjet einmal testen möchten, ohne den vollen Charterpreis zu zahlen
Empty Legs in Echtzeit — auf der Live Map
JetOpti erkennt Leerflüge automatisch und zeigt sie als Hot Deals auf der Live Map. Keine Registrierung nötig — einfach ansehen was gerade verfügbar ist.