✈ JetOpti 🗺️ Live Map

Blog · Ratgeber

🇬🇧 English

Empty Legs erklärt: Privatjet fliegen zum Bruchteil des Preises

April 2026 · ~8 Min. Lesezeit · von JetOpti

Empty Legs — auch Leerflüge, Deadhead Flights oder Repositionierungsflüge genannt — sind eines der am besten gehüteten Geheimnisse der Privatfliegerei. Wer flexibel ist, kann mit einem Empty Leg denselben Jet, denselben Service und dieselbe Sicherheit wie bei einem regulären Charterflug nutzen — nur zu 40–70 % weniger. Wie das funktioniert und was man beachten muss, erklärt dieser Artikel. Eine vollständige Übersicht aller aktuellen Empty Leg Deals in Europa finden Sie auf unserer Empty Legs Europa-Seite.

Was ist ein Empty Leg?

Ein Empty Leg entsteht immer dann, wenn ein Privatjet ohne Passagiere fliegen muss. Das passiert in zwei typischen Situationen:

Rückflug nach dem Charter

Ein Kunde bucht einen One-Way-Flug von Zürich nach London. Nach der Landung in London muss der Jet zurück an seine Heimatbasis — zum Beispiel Zürich. Dieser Rückflug findet statt, egal ob jemand an Bord sitzt oder nicht.

Positionierung vor dem nächsten Auftrag

Ein Jet steht in München, aber der nächste Kunde möchte in Nizza abgeholt werden. Der Jet fliegt leer von München nach Nizza. Wenn jemand genau diese Strecke benötigt — Jackpot.

In beiden Fällen fallen die Kosten für Treibstoff, Crew, Landegebühren und Wartung ohnehin an. Jeder Euro, den der Operator mit einem Empty-Leg-Passagier verdient, ist reiner Deckungsbeitrag. Deshalb können die Rabatte so hoch sein.

Wie viel spart man mit einem Empty Leg?

Operatoren bieten Empty Legs typischerweise mit einem Rabatt von 40–70 % gegenüber dem regulären Charterpreis an. Der genaue Rabatt hängt ab von:

Konkretes Beispiel:

Kriterium Regulärer Charter Empty Leg
Strecke München → London München → London
Jet Light Jet (z. B. Phenom 300) Derselbe Light Jet
Preis ca. €9.000–€12.000 ca. €3.000–€5.000
Service Vollständig Identisch
Sicherheit EASA-zertifiziert Identisch

Der einzige Unterschied: Route und Zeitpunkt stehen fest. Man passt sich dem Flugplan des Jets an, nicht umgekehrt.

Wie findet man Empty Legs?

Traditionell war es fast unmöglich, als Privatkunde an Empty Legs heranzukommen. Broker hatten exklusiven Zugang zu den Flugplänen der Operatoren. Wer keinen persönlichen Kontakt in die Branche hatte, erfuhr nichts von verfügbaren Leerflügen.

Das ändert sich durch Technologie. Plattformen, die direkt an die Flugmanagementsysteme (FMS) der Operatoren angebunden sind, können Empty Legs automatisch erkennen und in Echtzeit veröffentlichen. Sobald ein Operator einen One-Way-Charter bestätigt, wird der resultierende Leerflug als „Hot Deal" sichtbar — ohne manuellen Aufwand für den Operator und ohne Zeitverzögerung für den Kunden.

JetOpti erkennt Empty Legs automatisch aus den Leon- und FL3XX-Flugplänen der angebundenen Operatoren und zeigt sie als Hot Deals auf der Live Map an — in Echtzeit, ohne Registrierung.

Worauf muss man bei Empty Legs achten?

Flexibilität ist Pflicht

Empty Legs haben feste Abflugorte, Zielorte und Zeitfenster. Wer am 15. Juli unbedingt von Hamburg nach Mallorca muss, wird selten einen passenden Leerflug finden. Wer hingegen sagt „Ich bin diese Woche flexibel und will irgendwo ans Mittelmeer", hat deutlich bessere Chancen.

Stornierungsrisiko

Ein Empty Leg existiert nur, weil ein anderer Charter gebucht wurde. Wird der Hauptcharter storniert, fällt auch der Leerflug weg. Dieses Risiko ist gering — die meisten Charterflüge finden statt — aber es existiert. Bei einer Stornierung des Hauptcharters erhält man in der Regel eine vollständige Rückerstattung.

Keine freie Routenwahl

Im Gegensatz zum regulären Charter kann man bei einem Empty Leg Route und Zeitpunkt nicht frei wählen. Kleinere Anpassungen sind manchmal möglich (z. B. Zwischenstopp oder leicht abweichender Zielflughafen), aber das entscheidet der Operator.

Immer One-Way

Empty Legs sind immer Einwegflüge. Wer einen Hin- und Rückflug braucht, muss entweder zwei separate Empty Legs finden (unwahrscheinlich) oder den Rückflug regulär chartern.

Tipp: Für Empty Legs ab deutschen Flughäfen lohnt es sich, besonders Montag- und Freitagabend zu prüfen — dann sind die meisten Business-Charterflüge geblockt und erzeugen die meisten Leerflüge zurück zur Heimatbasis.

Für wen eignen sich Empty Legs?

Empty Legs sind ideal für Reisende mit einem bestimmten Profil:

Empty Legs in Echtzeit — auf der Live Map

JetOpti erkennt Leerflüge automatisch und zeigt sie als Hot Deals auf der Live Map. Keine Registrierung nötig — einfach ansehen was gerade verfügbar ist.

Häufig gestellte Fragen zu Empty Legs

Sind Empty Legs genauso sicher wie reguläre Charterflüge?
Ja. Der Jet, die Crew und alle Sicherheitsstandards sind identisch. Ein Empty Leg ist ein regulärer Flug — nur der Preis ist reduziert, weil der Jet ohnehin fliegen muss. Alle auf JetOpti gelisteten Operatoren sind EASA-zertifiziert.
Kann man einen Empty Leg im Voraus buchen?
Empty Legs werden meist kurzfristig verfügbar — typischerweise 1–7 Tage vor dem Flug. Langfristige Planung ist daher schwierig. Wer regelmäßig nach Leerflügen sucht, sollte Benachrichtigungen aktivieren oder regelmäßig die verfügbaren Deals auf der JetOpti Live Map prüfen.
Gibt es Empty Legs auch auf Langstrecken?
Ja, aber seltener. Die meisten Empty Legs in Europa sind Kurzstrecken (500–2.000 km). Langstrecken-Leerflüge (z. B. Europa → Dubai) kommen vor, sind aber rar — und dann besonders attraktiv, da der absolute Preisvorteil noch größer ist.
Warum bieten nicht alle Operatoren Empty Legs öffentlich an?
Viele Operatoren veröffentlichen ihre Leerflüge nicht aktiv. Der Aufwand, jeden einzelnen Leerflug manuell auf Marktplätzen zu listen, ist im Tagesgeschäft oft zu hoch. Automatisierte Systeme, die Leerflüge direkt aus dem Flugmanagementsystem erkennen und veröffentlichen, lösen dieses Problem — sowohl für den Operator als auch für den Kunden.
Was passiert wenn der Hauptcharter storniert wird?
Der Empty Leg wird ebenfalls storniert. In der Regel wird der Kunde vorab informiert und erhält eine vollständige Rückerstattung. Dieses Risiko ist der Kompromiss für den deutlich niedrigeren Preis — und in der Praxis vergleichsweise selten.