Die Frage, die sich zuerst stellt: Was kostet das pro Person?
Wer zum ersten Mal über einen Privatjet nachdenkt, rechnet meist falsch herum. Sie kaufen keinen Sitzplatz, sondern mieten ein ganzes Flugzeug für einen Flug. Der Preis ändert sich nicht, ob Sie allein fliegen oder zu sechst – er teilt sich nur auf mehr Schultern.
Ein konkretes Beispiel: Ein Turboprop von Zürich nach Lugano kostet rund 4.800 Euro für das gesamte Flugzeug, wenn ein passender Jet in Zürich steht. Fliegen Sie zu viert, sind das rund 1.200 Euro pro Person. Zu sechst sind es 800. Die reine Flugzeit auf dieser Strecke beträgt etwa 19 Minuten.
Auf längeren Strecken verschiebt sich das Verhältnis weniger stark, als man erwarten würde. Zürich–Palma de Mallorca sind 996 Kilometer, mit einem Light Jet rund 1 Stunde 25 Minuten reine Flugzeit. Der Flug liegt bei etwa 10.400 Euro – zu viert also rund 2.600 Euro pro Person. Die Strecke ist sieben Mal so lang wie die nach Lugano, kostet pro Person aber nur gut das Doppelte.
Warum kurze Flüge pro Kilometer so viel teurer sind
Genau dieses Verhältnis überrascht die meisten. Zürich–St. Moritz sind 144 Kilometer und kosten mit einem Turboprop rund 5.100 Euro, also etwa 1.275 Euro pro Person zu viert. Zürich–Hamburg ist mit 694 Kilometern fast fünfmal so weit und kostet mit einem Light Jet rund 8.200 Euro – pro Person 2.050 Euro. Pro Kilometer ist die kurze Strecke also ein Vielfaches teurer.
Der Grund liegt in der Kostenstruktur. Jeder Charterflug wird mit einer Mindestblockzeit von einer Stunde abgerechnet, auch wenn das Flugzeug nur zwanzig Minuten fliegt. Dazu kommen Kosten, die von der Distanz unabhängig sind: Crew, Landegebühren an beiden Flughäfen, Handling, Abfertigung. Auf 144 Kilometern machen diese Fixkosten mehr als die Hälfte des Preises aus, auf einer Strecke wie Hamburg nur noch gut ein Drittel. Sie zahlen bei kurzen Flügen also vor allem dafür, dass ein Flugzeug samt Besatzung bereitsteht – der Flug selbst ist der kleinere Posten.
Die sieben Schweizer Abflughäfen im Vergleich
Die Wahl des Abflughafens entscheidet in der Schweiz mehr als anderswo. Das Land ist klein, aber die Flughäfen unterscheiden sich stark in Pistenlänge, Öffnungszeiten und darin, wie viele Flugzeuge dort überhaupt stationiert sind. Die Distanzangaben unten sind Luftlinien ab Zürich.
| Flughafen | Piste | Ab Zürich | Passt für |
|---|---|---|---|
| Zürich (ZRH) | 3.900 m | – | Alle Klassen bis Ultra Long Range. Grösste Auswahl an Betreibern. |
| Genf (GVA) | 3.900 m | 230 km | Alle Klassen. Zweiter grosser Standort, stark Richtung Südeuropa. |
| Basel (BSL) | 3.900 m | 79 km | Alle Klassen. Naheliegend für Nordwestschweiz und Südbaden. |
| Bern (BRN) | 1.730 m | 100 km | Turboprops und kleinere Jets. Kurze Anfahrt aus dem Mittelland. |
| Sion (SIR) | 2.000 m | 166 km | Zugang zum Wallis und zu den Walliser Skiorten. |
| Lugano (LUG) | 1.415 m | 164 km | Kürzeste Piste der sieben. Turboprops und kleine Jets. |
| Samedan (SMV) | 1.800 m | 144 km | Engadin, St. Moritz. Höhenflughafen mit eigenen Regeln. |
Die Pistenlänge ist keine Formalie. Sie bestimmt, welche Flugzeugklassen überhaupt starten und landen dürfen – und bei Samedan und Lugano zusätzlich, wie viel Treibstoff und Gewicht an Bord sein darf. Wer ab Lugano eine längere Strecke plant, muss unter Umständen mit einem Zwischenstopp zum Tanken rechnen. Ab Zürich, Genf oder Basel stellt sich diese Frage nicht.
Wann sich der kleinere Flughafen lohnt
Eine Stunde Autofahrt weniger zum Abflugort ist auf einem Kurzstreckenflug oft mehr wert als der grössere Jet. Wer im Wallis wohnt, gewinnt mit Sion mehr Zeit, als er mit einem schnelleren Flugzeug ab Genf herausholen würde. Der Rechenweg ist immer derselbe: Anfahrt plus Flugzeit plus Weiterfahrt am Ziel, nicht Flugzeit allein.
Sehen Sie, welche Jets gerade in der Schweiz stehen
Die Live-Karte zeigt Positionen in Echtzeit und rechnet Ihren Preis, bevor Sie anfragen.
🗺️ Zur Live-KarteDrei Strecken ab der Schweiz im Detail
Für die meistgefragten Verbindungen haben wir eigene Seiten mit Flugzeiten, Flugzeugempfehlungen und den Besonderheiten der jeweiligen Zielflughäfen:
- Privatjet ab Zürich – der Flughafen mit der grössten Auswahl, mit den sechs meistgesuchten Zielen und ihren Flugzeiten.
- Zürich nach St. Moritz (Samedan) – 144 Kilometer, aber der anspruchsvollste Anflug der Schweiz. Was das für die Flugzeugwahl bedeutet.
- Zürich nach Palma de Mallorca – die klassische Sommerstrecke, mit Gepäckfrage und Saisonhinweisen.
Was Sie vor der ersten Buchung wissen sollten
Der Positionierungsflug ist der häufigste Kostenfaktor, mit dem niemand rechnet
Ein Privatjet steht selten genau dort, wo Sie starten möchten. Muss er leer von einem anderen Flughafen anfliegen, wird diese Zeit mitberechnet. Auf einer Strecke wie Zürich–Bern, die eine Stunde Blockzeit kostet, kann ein Positionierungsflug aus Süddeutschland den Preis verdoppeln. Deshalb ist es sinnvoll, vor der Anfrage zu sehen, welche Flugzeuge tatsächlich in der Nähe sind. Bei jedem Treffer auf der Karte steht, wie weit der Jet anreisen müsste.
Vorlaufzeit statt Verfügbarkeit
Jedes Flugzeug hat eine vom Betreiber festgelegte Mindestvorlaufzeit, dazu kommen die Dienstzeiten der Crew. Ob ein Flug am selben Tag möglich ist, hängt davon ab, ob ein Flugzeug in Reichweite frei ist und die Crew innerhalb ihrer Zeiten bleibt – das lässt sich nicht pauschal versprechen, aber vorher nachsehen.
Woran Sie einen seriösen Anbieter erkennen
Der Flug muss von einem Unternehmen mit gültigem Air Operator Certificate (AOC) durchgeführt werden. Das ist die luftfahrtrechtliche Betriebsgenehmigung; ohne sie darf niemand gewerblich Passagiere befördern. Alle Betreiber auf JetOpti verfügen darüber, und Sie buchen direkt bei dem Unternehmen, das das Flugzeug auch fliegt.
Der zweite Punkt betrifft den Preis. Im klassischen Charter-Vertrieb liegt zwischen Ihnen und dem Betreiber ein Makler, dessen Provision im Gesamtpreis steckt, ohne separat ausgewiesen zu sein. Bei einer Direktbuchung entfällt dieser Aufschlag. Gegenüber einem Charterbetreiber, den Sie direkt anfragen, gilt das nicht – dort zahlen Sie ebenfalls keine Vermittlungsprovision, und wir sind nicht günstiger. Der Unterschied ist dann ein anderer: Sie sehen hier die Flugzeuge mehrerer Betreiber nebeneinander, statt jeden einzeln anzufragen. Fragen Sie im Zweifel nach, wer das Flugzeug betreibt und wie sich der Preis zusammensetzt – eine klare Antwort ist ein gutes Zeichen.